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Faszination Faszien
Was Faszien sind, warum sie unseren Körper zusammenhalten und wie du sie mit Dehnen, Federn, Spüren und Beleben aktiv trainierst.

Faszien, auch Bindegewebe genannt, fristeten lange ein Mauerblümchendasein. Erst seit Faszienforscher wie Thomas W. Myers und Dr. Robert Schleip ihre Erkenntnisse publizieren, ist man sich der Bedeutung dieses «Füllmaterials» bewusst und weiss, wie wichtig es ist, die Faszien zu trainieren und zu pflegen.
Ein Netz, das alles zusammenhält
Faszien sind ein netzartiges, überaus komplexes Gewebesystem, das alle Körperteile zusammenhält. Sie geben unserem Körper seine Form und sorgen dafür, dass Organe und Knochen dort bleiben, wo sie hingehören. Dabei erfüllen sie weit mehr Aufgaben: 18 bis 23 kg unseres Körpergewichts sind Bindegewebe, ein Viertel des gesamten Körperwassers ist in den Faszien gespeichert, und im Bindegewebe befinden sich weit mehr Nervenendigungen und Schmerzrezeptoren als in der Haut. So gesehen ist es unser grösstes Sinnesorgan.
Nicht das Skelett, sondern die Faszienzugbahnen halten zusammen mit den Muskeln unseren Körper aufrecht. Forschende vergleichen den Körper mit einem Tensegrity-Modell: Stabile Elemente, die Knochen, sind durch elastische Elemente verbunden. Verhärtungen oder Verklebungen bringen das System aus der Balance. Eine Verkürzung in der Wade kann so der Grund für Rücken-, Schulter- oder Kopfschmerzen sein.
Faszien erneuern sich ständig, aber langsam: Nach einem Jahr ist etwa die Hälfte der Kollagenfasern ausgetauscht. Bei Bewegungsmangel und im Alter nimmt der Wasseranteil ab und die Fasern verfilzen. Gezieltes Faszientraining wirkt dem entgegen.
So trainierst du deine Faszien
Massage, Physiotherapie oder Osteopathie sind passive Methoden, die Schmerzen lindern können. Um die Faszien nachhaltig zu pflegen, braucht es regelmässiges aktives Training:
Dehnen. Mit Yoga- und Pilates-Übungen werden ganze Faszienbahnen gezielt gedehnt, was unter anderem gegen Rückenschmerzen helfen kann.
Federn. Federnde Bewegungen wie Hüpfen, Springen oder Schwingen regen die elastische Speicherfähigkeit der Faszien an.
Spüren. Übungen zur Körperwahrnehmung schärfen das Bewusstsein für Bewegung und Koordination.
Beleben. Mit Schaumstoffrollen und Bällen wird Druck auf das Bindegewebe ausgeübt. Durchblutung und Sauerstoffzufuhr steigen, Verhärtungen lassen sich selbst aufspüren und lösen.
Quelle: Robert Schleip, Faszien Fitness / Lehrbuch Faszien.

